Täglich erleiden in Deutschland rund 370 Menschen einen Herzstillstand außerhalb der Klinik. Das sind über 135.000 Fälle im Jahr – nur elf Prozent überleben. Der professionelle Umgang mit solchen Notfällen entscheidet zwischen Leben und Tod. Die ADAC HEMS Academy richtet gemeinsam mit der weltweit renommierten American Heart Association (AHA) am Freitag, 27. März, das AHA Healthcare Forum aus. Auf dem ADAC Luftrettung Campus in Oberpfaffenhofen bei München diskutieren etwa 200 Spezialistinnen und Spezialisten aus Notfallmedizin, Wissenschaft und Einsatzpraxis die neuen AHA-Leitlinien für Reanimation und kardiovaskuläre Notfallversorgung.
Erste Konferenz dieser Art im deutschsprachigen Raum
Der Campus wird damit zur zentralen Plattform für den fachlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Reanimationsforschung. „Wir sind stolz darauf, dass uns die American Heart Association als Ausrichter des ersten Forums dieser Art im deutschsprachigen Raum ausgewählt hat. Das zeugt von einem hohen Vertrauen in unsere Arbeit“, sagte Matthias Ruppert, Geschäftsführer der ADAC HEMS Academy.
Neue Leitlinien und ihre Konsequenzen für die Praxis
Die American Heart Association ist die weltweit bedeutendste und älteste gemeinnützige Organisation, die sich der Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen widmet. Seit ihrer Gründung hat die AHA in den Bereichen Forschung und Innovation rund sechs Milliarden Dollar investiert. Die Organisation gilt global als die wichtigste Referenz für Reanimationsleitlinien. Ungefähr 80 Prozent der weltweit angebotenen Reanimationskurse basieren auf den Guidelines und Konzepten der AHA.
Um den neuen Erkenntnissen der Forschung Rechnung zu tragen und dabei die Lebensrettungspraxis voranzubringen, veröffentlicht die AHA in der Regel alle fünf Jahre aktualisierte Leitlinien für Reanimation und kardiovaskuläre Notfallversorgung. Die „2025 Guidelines for CPR & ECC“ bringen Neuerungen für die praktische Umsetzung in Klinik, Präklinik und Ausbildung. Im Rahmen des Healthcare Forums in Oberpfaffenhofen erläutern medizinische Expertinnen und Experten aus den USA, die an der Entwicklung der aktuellen Leitlinien mitgewirkt haben, die wissenschaftlichen Hintergründe und die konkreten Konsequenzen für Ausbildungscurricula, klinische Abläufe und Rettungsdienststrukturen.

Relevanz für die Luftrettung
Bei der ADAC Luftrettung werden täglich zwei Erwachsene und ein Kind pro Woche erfolgreich wiederbelebt. Im Jahr 2025 waren knapp 26 Prozent der rund 49.000 Einsätze der fliegenden gelben Engel auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Diese Art von Notfällen prägt die Arbeit der ADAC Luftrettung. Die Qualität der Reanimationsmaßnahmen kann über Leben und Tod oder die Schwere der davongetragenen Schäden der Patientinnen und Patienten entscheiden. Vor diesem Hintergrund kommt der konsequenten Umsetzung der aktuellen Leitlinien der AHA in der Luftrettung eine besondere Rolle zu. Gut trainiertes medizinisches Personal, das mit Handlungssicherheit auf der Höhe der aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien agiert, sorgt für höhere Überlebenschancen der Erkrankten.
Von Basiswiederbelebung bis erweiterte Reanimationsmaßnahmen
Das Forum bietet Vorträge zu einem breiten Spektrum der Reanimation und kardiovaskulären Versorgung. Im Fokus stehen die wesentlichen Änderungen im Bereich der Basiswiederbelebung (BLS) wie der Herzdruckmassage, die sowohl Laien als auch nicht-medizinisches Personal betreffen. Internationale Koryphäen, wie der Notfallmediziner Dr. Ashis Panchal von der Ohio State University, berichten von den neuesten Entwicklungen bei erweiterten Reanimationsmaßnahmen (ACLS), die für die Arbeit des medizinischen Fachpersonals erheblich sind. Zu diesen erweiterten Maßnahmen gehören unter anderen die Gabe von Medikamenten über Venenzugänge oder die Sicherung der Atemwege, etwa durch Intubation.
Bedeutung für Trainingszentren und darüber hinaus
Die Trainingscenter, welche von der AHA autorisiert und damit berechtigt sind, anerkannte Kurse in der Notfallmedizin durchzuführen und international gültige Zertifikate auszustellen, erhalten im Rahmen des Forums eine Einordnung der neuen Guidelines. Sie sind das erste Glied in der Ausbildungskette, in der die neuesten Erkenntnisse Anwendung finden. Eine wichtige Neuerung der aktuellen Reanimationsleitlinien betrifft zum Beispiel den Umgang mit anhaltenden Herzrhythmusstörungen während eines Herzstillstands. Wenn Kammerflimmern trotz mehrerer Defibrillationsversuche bestehen bleibt, können künftig alternative Strategien eingesetzt werden. Dazu gehört etwa eine veränderte Position der Elektroden oder – in spezialisierten Teams – die sogenannte doppelte sequenzielle Defibrillation. Dabei werden zwei Defibrillatoren eingesetzt, die ihre Schocks annähernd gleichzeitig abgeben, um die Erfolgschance bei therapieresistentem Kammerflimmern zu erhöhen.
„Evidenzbasierte Leitlinien entfalten ihre Wirkung erst dann vollständig, wenn sie in qualitativ hochwertiges Training und konsequente Umsetzung in der Versorgung übersetzt werden“, erklärte Philipp Lex, Head of Medical Training bei der ADAC HEMS Academy. „Als Trainingsorganisation der ADAC Luftrettung ist es unser Anspruch, Wissenschaft, Simulation und Versorgungspraxis über Berufsgruppen und Landesgrenzen hinweg miteinander zu verbinden. Professionelles Training sichert Menschenleben.“

ADAC HEMS Academy
Die ADAC HEMS Academy ist ein international ausgerichtetes Trainingszentrum für Personal in der Luftrettung (engl. HEMS – Helicopter Emergency Medical Service) sowie aus allen weiteren Bereichen der Hubschrauber-Luftfahrt, der Notfall- und Akutmedizin, des Rettungsdienstes und anderer Bereiche der Gefahrenabwehr. Sie ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der gemeinnützigen ADAC Luftrettung und seit 2025 am ADAC Luftrettung Campus auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen bei München beheimatet.
Auf rund 16.000 Quadratmetern vereint der Campus Flugbetrieb, Medizin, Technik, Entwicklung, Ausbildung und Simulation unter einem Dach. Diese enge Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, Training und realer Einsatzpraxis macht den Campus zu einem passenden Ort für die erste Konferenz dieser Art im deutschsprachigen Raum.
Von Nordamerika bis Neuseeland: 120 Referierende aus sechs Kontinenten
Das Programm des AirMed World Congress 2026 setzt neue Maßstäbe. Noch nie in seiner 46-jährigen Geschichte war das Programm breiter, tiefer und mit rund 120 Referentinnen und Referenten aus sechs Kontinenten internationaler. Vom 16. bis 18. September 2026 erwarten die rund 800 Teilnehmenden in München über 160 Vorträge, 85 Workshops und 15 Panel-Diskussionen – verteilt auf zwei Veranstaltungsorte. Der weltweit führende Kongress für Luftrettung und Ambulanzflug wird von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung in Zusammenarbeit mit der EHAC (European HEMS and Air Ambulance Committee) ausgerichtet. Die Veranstaltung bringt Ärztinnen und Ärzte, Rettungsfachkräfte, Pflegepersonal, Pilotinnen und Piloten, technisches Personal, Manager, Industriepartner und Behördenvertreter zusammen, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen und damit die Zukunft der Luftrettung voranzutreiben.
Das Programm des Kongresses unter dem Motto „Beyond Boundaries: Cross-Competence Enhancement of Aeromedical Services“ teilt sich in drei Schwerpunkte auf – Flugbetrieb, Medizin und Management. Im Bereich Flugbetrieb ist die AirMed 2026 der Kongress, der sich den aktuellen Themen der Luftfahrt stellt. Von Allwetter-HEMS (Helicopter Emergency Medical Services), Drohnenintegration, über Sicherheitskultur und Katastrophenschutz, bis zu eVTOLs (Electrical Vertical Take-Off and Landing Aircraft).
Die flugbetrieblichen Sessions aus Vorträgen und Workshops bieten ein hochkarätiges Umfeld mit Referentinnen und Referenten, die Unternehmen und Organisationen wie beispielsweise Airbus, EASA, FAA, REGA, Bell Helicopter, DLR, AMREF vertreten. Darunter die Präsidentin und CEO der Association of Air Medical Services in Washington, Jana Williams. Unter dem Vortragstitel „What Level of Safety is Safe?“ beleuchtet die Expertin das zentrale Sicherheitsdilemma der Luftrettung. Wann ist ein Einsatz trotz der Risiken für Crew und Patient vertretbar und wann nicht?

Der Themenbereich Medizin widmet sich den klinischen und operativen Grundlagen moderner Luftrettung. Im Mittelpunkt stehen die Prinzipien der medizinischen Versorgung während des Lufttransports, die Auswahl geeigneter Ausrüstung für die präklinische Notfallversorgung sowie die Rekrutierung und Ausbildung medizinischen Fachpersonals. Zudem wird erklärt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse den Weg von der Forschung über Leitlinien bis in die operative Praxis von HEMS und Ambulanzflug finden und wo dabei Lücken entstehen.
Verschiedene Perspektiven auf Versorgungsqualität sowie die umfassende Integration von Luftrettung in die weltweit unterschiedlichen Gesundheitssysteme runden den medizinischen Programmbereich ab. Wie weit die präklinische Medizin dabei reicht, zeigt exemplarisch Dr. Dinis dos Reis Miranda, Anästhesist-Intensivmediziner und ECMO-Direktor am Erasmus Medical Centre in Rotterdam. Er präsentiert die Ergebnisse der niederländischen eCPR-Studie. Dabei geht es um ein Verfahren, bei dem eine Herz-Lungen-Maschine bereits am Einsatzort eingesetzt wird, um Patienten nach einem Herzstillstand zu stabilisieren.

Das Themenfeld Management richtet sich an Führungskräfte, Entscheiderinnen sowie Entscheider in der Luftrettung und im Ambulanzflug. Es geht um die international unterschiedlichen organisatorischen Strukturen bei der Bereitstellung von HEMS- und Ambulanzflugdiensten sowie die Prinzipien sogenannter High Reliability Organisations. Sprich Organisationen, die trotz hoher Komplexität und Risiken konstant sicher und zuverlässig arbeiten. Weitere Themen sind die ideale Gestaltung eines HEMS-Stützpunkts, Überlegungen zu Einsatzprofilen und Crew-Zusammensetzungen sowie betriebliches Kontinuitätsmanagement im Kontext öffentlicher Daseinsvorsorge.
Ergänzt wird das Management-Programm durch eine kritische Auseinandersetzung mit Finanzierungsmodellen und ihren Besonderheiten. Wie weitreichend diese Fragen sind, verdeutlicht David Waters, CEO von Health Standards Aotearoa aus Neuseeland. Er stellt in seiner Session die Qualitätskontrolle aus der Perspektive einer nationalen Aufsichtsbehörde dar und beantwortet damit die Frage, wie staatliche Stellen Qualitätsstandards in der Luftrettung definieren und durchsetzen können.

Zwischen BERGSON Kunstkraftwerk und ADAC Luftrettung Campus
Eine Besonderheit des diesjährigen Kongresses ist die Möglichkeit, die Vorteile von gleich zwei verschiedenen Veranstaltungsorten zu nutzen. In den Räumlichkeiten des BERGSON Kunstkraftwerks in München finden vor allem Vorträge und Diskussionen statt.

Am zweiten Kongressort, dem neu eröffneten ADAC Luftrettung Campus in Oberpfaffenhofen bei München, liegt der Fokus auf dem Praxisbezug. Die dortige, in Europa einmalige, Infrastruktur erlaubt es, Notfalleinsätze zu simulieren oder andere spezifische Trainingsszenarien zu zeigen. Für inhaltliche Tiefe sorgt dabei die außergewöhnlich internationale Besetzung. Die rund 120 Referentinnen und Referenten kommen aus Asien, Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und Australien.

Über das dreitägige Hauptprogramm hinaus können Teilnehmende am Samstag, 19. September 2026, aus einem breiten Zusatzangebot buchbarer Workshops wählen. Darunter Crew Resource Management für Führungskräfte, Refresher-Kurse in Advanced Cardiac Life Support und Pediatric Advanced Life Support sowie praxisnahe Missionssimulationen für die Notfallversorgung im HEMS-Umfeld und bei Intensivtransporten. Als besonderes Highlight lädt eine Exkursion ins ADAC Crashtest-Zentrum in Landsberg am Lech dazu ein, aktuelle Entwicklungen in der Automobiltechnologie und ihre Konsequenzen für die technische Rettung und Notfallversorgung unmittelbar zu erleben.
Dr. Matthias Ruppert, Mitglied des Organisationsteams und Geschäftsführer Medizin der ADAC HEMS Academy, unterstreicht die Einzigartigkeit des Kongresses: „Beyond Boundaries ist kein Slogan, sondern ein Versprechen, das sich im Programm widerspiegelt. Wenn Expertinnen und Experten aus sechs Kontinenten zusammenkommen, um voneinander zu lernen und sich auszutauschen, passiert genau das – Grenzen werden fachlich, geografisch und kulturell überwunden.“

Rund 30 Aussteller aus Luftfahrtindustrie und Medizintechnik zeigen innovative Produkte
Der AirMed World Congress 2026 bietet auch Unternehmen und Industriepartnern eine Bühne. Rund 30 Aussteller aus den Bereichen Luftfahrt und Medizintechnik haben bereits zugesagt. Von Seilwinden, über medizinische Innenausstattungssysteme für Helikopter bis zu Einsatzbekleidung wird ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen zu sehen sein.
Noch bis Ende März profitieren Interessierte von vergünstigten Early-Bird-Tickets sowie von speziell ausgehandelten Hotelraten. Eine frühzeitige Hotelreservierung wird dringend empfohlen, da aufgrund des an den Kongress anschließenden Oktoberfests die Raten steigen könnten. Tickets, weitere Informationen sowie aktuelle Newsletter gibt es unter:
www.airmed2026.comFliegende Gelbe Engel im Durchschnitt 134-mal pro Tag alarmiert
Die fliegenden Gelben Engel der ADAC Luftrettung sind 2025 erneut zu bundesweit rund 49.000 Einsätzen ausgerückt. Damit wurden die ADAC Rettungshubschrauber pro Tag im Durchschnitt zu 134 Notfällen alarmiert. Das geht aus der zum heutigen Tag des Notrufs veröffentlichten Jahresbilanz der gemeinnützigen Rettungsdienstorganisation hervor. Unter den 48.908 Einsätzen (Vorjahr 49.048) waren mit 3314 fünf Prozent mehr Flüge in der Dunkelheit. Ebenfalls um fünf Prozent auf 580 erhöhte sich die Zahl der hochanspruchsvollen Spezialeinsätze mit Rettungswinde.
Häufigste Einsatzgründe waren in fast jedem dritten Fall (31 Prozent) Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Arbeits-, Schul- und Verkehrsunfälle. Bei etwa jeder vierten Alarmierung (26 Prozent) lagen Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen vor. In 13 Prozent der Fälle diagnostizierten die ADAC Luftretter neurologische Notfälle wie zum Beispiel einen Schlaganfall, in acht Prozent war akute Atemnot oder Asthma die Ursache. Bei fast jedem zehnten Patienten handelte es sich um Kinder oder Jugendliche.
Reform der Notfallversorgung umsetzen
Um die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft auch in Zukunft uneingeschränkt sicherzustellen, müsse die vom Bundesgesundheitsministerium aktuell vorangetriebene Reform der Notfallversorgung jetzt umgesetzt werden, sagte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung. „Der Rettungsdienst muss weiterentwickelt werden. Wir brauchen dringend längere Einsatzmöglichkeiten auch in der Dunkelheit, flexiblere Arbeitszeitmodelle, eine flächendeckende digitale Vernetzung der Leitstellen und eine länderübergreifende Einsatz- und Bedarfsplanung mit einheitlichen Qualitätsstandards“, erklärte er.
Einsatzorte und Einsatzstatistik
Die meisten Einsatzorte lagen 2025 wieder in Bayern mit 11.742 (Vorjahr 12.015), hier befinden sich auch die meisten Stationen. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz mit 7786 (7907), Nordrhein-Westfalen mit 5310 (5603) und Niedersachsen mit 5367 (5394). Bei den Stationen mit den meisten Alarmierungen liegen die ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 31“ in Berlin (2430), „Christoph 18“ in Ochsenfurt (1942) und „Christoph 10“ in Wittlich (1747) auf den vorderen Plätzen.
Nachtflüge und Windeneinsätze
Deutlich zugenommen haben im vergangenen Jahr die Flüge in der Dämmerung und Dunkelheit. Ihre Zahl stieg um fünf Prozent von 3159 auf 3314 an, darunter waren auch hochanspruchsvolle Notfalleinsätze in der Nacht mit Landung auf unbeleuchteten Plätzen. Möglich sind diese unter anderem durch spezielle Nachtsichtbrillen als Teil eines hochmodernen „Night-Vision-Imaging-Systems“, kurz NVIS genannt. Solche Einsätze fliegen die Crews von sechs Stationen: In Greven und Köln (beide Nordrhein-Westfalen), Senftenberg in Brandenburg, Sande in Niedersachsen, Ulm in Baden-Württemberg und Mainz in Rheinland-Pfalz. Letztere ist seit 1. Januar 2026 die vierte 24-Stunden-Station der ADAC Luftrettung.
Ebenfalls um fünf Prozent gestiegen ist die Zahl der Einsätze mit Rettungswinde. Die Crews der sechs Windenstationen in München, Murnau, Straubing (alle Bayern), Sande (Niedersachsen), Westpfalz (Rheinland-Pfalz) und Hamburg flogen insgesamt 580 solcher hochanspruchsvollen Spezialeinsätze (Vorjahr 552). Die Winde mit 90 Meter Länge und einer Traglast von rund 250 Kilogramm ermöglicht an schwer erreichbaren Einsatzorten eine erheblich schnellere Versorgung und Rettung von Patienten. Die Windenhubschrauber stehen zudem in Katastrophenfällen zur Rettung von Menschen in Notsituationen zur Verfügung.
Mehr Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz
Ihr Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz hat die ADAC Luftrettung noch einmal verstärkt. Nicht nur mit zusätzlichen Windenhubschraubern und hochqualifizierten Crews, sondern auch mit zehn speziellen Fachberatern Luftrettung, die den Trägern des Rettungsdienstes sowie den zuständigen Behörden künftig bei der Bewältigung von Großschadensereignissen zur Verfügung stehen. In ganz Deutschland. Rund um die Uhr.
Mit einem eigenen Beauftragten für Bevölkerungsschutz stellen sich die fliegenden Gelben Engel künftig auch ihrer gestiegenen gesellschaftlichen Verantwortung bei der Stärkung der zivilmilitärischen Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen und Blaulichtorganisationen. So wie es die Bundesregierung fordert. Die ADAC Luftrettung bringt daher ihre Expertise nun auch bei Übungen mit der Bundeswehr zur Weiterentwicklung der gesamtstaatlichen Gefahrenabwehr ein.
Die Flotte
Die ADAC Luftrettung setzt bewusst auf eine Mehrflottenstrategie und kann so bedarfsgerecht, nachhaltig und kosteneffizient auf die komplexen Herausforderungen im Rettungsdienst sowie auf sämtliche Einsatzszenarien adäquat reagieren. Die Crews können bei ihrer Arbeit je nach Region und Anforderung auf modernste Rettungshubschrauber der Typen H135 und H145 von Airbus Helicopters zurückgreifen. Die Maschinen des Typs H145 sind besonders für höhere Zuladung und weitere Strecken bei Patientenverlegungen geeignet. Die Helikopter des Typs H135 sind wegen ihrer geringeren Größe besonders für Notfälle im innerstädtischen Bereich geeignet. Sie sind besonders wendig und verursachen weniger starken Abwind beim Starten und Landen. Zudem sind sie günstiger in der Anschaffung und verbrauchen weniger Kerosin. In der Zukunft setzt die ADAC Luftrettung auch auf die neue Rettungshubschrauber-Generation H140 von Airbus Helicopters, die das Beste aus beiden bisherigen Modellen vereint.
ADAC Luftrettung Campus
Die neue Zentrale der ADAC Luftrettung befindet sich seit Oktober 2025 am Sonderflughafen EDMO in Oberpfaffenhofen bei München – am bedeutendsten Standort der Luft- und Raumfahrt in Deutschland. Der hochmoderne ADAC Luftrettung Campus vereint unter dem Motto „United in Safety“ das gesamte Leistungsspektrum der ADAC Luftrettung-Gruppe unter einem Dach: Flugbetrieb, Medizin, Forschung, Ausbildung, Training und Wartung sowie Verwaltung – das macht den neuen ADAC Luftrettung Campus zu einem in dieser Form auch international einmaligen Kompetenzzentrum für Hubschrauberpilotinnen und -piloten, Rettungsdienst und Notfallmedizin. Nachhaltig und energieeffizient ausgerichtet – inklusive eines multifunktionalen Veranstaltungsraums für Messen, Fachtagungen und Konferenzen für rund 300 Teilnehmende.
Um die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in Deutschland sicherzustellen, arbeiten für die ADAC Luftrettung gGmbH und deren Tochterunternehmen bundesweit mehr als 1500 Menschen – darunter rund 180 Piloten und Pilotinnen, rund 670 Notärzte und Notärztinnen, 245 Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen (TC HEMS) und mehr als 200 Mitarbeitende aus Technik und Wartung. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten. Die Station „Christophorus Europa 3“ in Suben, Österreich, wird gemeinsam mit dem ÖAMTC Christophorus Flugrettungsverein, Wien, betrieben. Die ADAC Luftrettung fliegt mit Hubschrauber und Piloten hier im Winterhalbjahr – im Sommer der ÖAMTC.
Rheinland-Pfalz weitet Luftrettung aus
Die Luftrettung in Rheinland-Pfalz wird weiter gestärkt: Seit dem 1. Januar 2026 ist der Rettungshubschrauber „Christoph 77“ in Mainz wieder 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche einsatzbereit. Damit reagiert das Land Rheinland-Pfalz auf veränderte Rahmenbedingungen in der Gesundheitsversorgung und eine zunehmend spezialisierte Krankenhauslandschaft.
„Mit der Ausweitung des Flugbetriebs stärken wir eine moderne Notfall- und Intensivmedizin“, erklärte Innenminister Michael Ebling. „Ab sofort steht die Luftrettung als hoch spezialisierte rettungsdienstliche Ressource auch in der Nacht zur Verfügung – als starke Ergänzung zu einem leistungsfähigen bodengebundenen Rettungsdienst.“
Der Hubschrauber wird dauerhaft 24/7 zur Verfügung stehen. Perspektivisch kann für den 24/7-Betrieb auch ein anderer Standort in Rheinland-Pfalz in Betracht kommen. Grundlage dafür ist eine fortlaufende Evaluation der Einsatzdaten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.
„Christoph 77“ wurde 1997 in Mainz in Dienst gestellt. Seitdem wurde er über 36.000-mal alarmiert und stellte zahlreichen Menschen in oftmals lebensbedrohlichen Situationen schnelle notfallmedizinische Hilfe bereit. Ursprünglich rund um die Uhr betrieben, wurde der Flugbetrieb 2007 auf einen Tagesbetrieb reduziert und 2019 bis 22 Uhr erweitert. Seitdem war der Hubschrauber ganzjährig von 7 bis 22 Uhr alarmierbar.
Die nun erneute Ausweitung basiert auf einer Bedarfsanalyse der Einsatzdaten 2024, die gemeinsam mit der Geschäftsstelle für Qualitätssicherung im Rettungsdienst durchgeführt wurde. Untersucht wurden nächtliche Notfalleinsätze und Notfallverlegungen mit langen Transportwegen zwischen Einsatzort und geeigneter Zielklinik.
„Die Krankenhauslandschaft hat sich spürbar verändert: Spezialisierungen nehmen zu, Wege werden länger. Gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern kann die Luftrettung nachts entscheidende Zeitgewinne ermöglichen“, so Ebling. Der Hubschrauber ergänzt den bodengebundenen Rettungsdienst insbesondere bei arztbegleiteten Notfall- und Intensivverlegungen sinnvoll.
Möglich wird der Nachtbetrieb durch moderne Technik wie Nachtsichtsysteme, spezielle Crew-Ausbildungen und etablierte Sicherheitsverfahren. „Momentan absolvieren wir mit dafür ausgelegten Hubschraubern deutschlandweit mehr als 3.000 Nachtflüge pro Jahr. Wir freuen uns darauf, nun auch für Rheinland-Pfalz die Versorgung im 24/7-Betrieb sicherstellen zu können“, sagte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung GmbH. „In Mainz sind unsere Crews bereits seit Jahren bis 22 Uhr im Einsatz, somit können unsere dortigen Piloten, Ärzte und Notfallsanitäter wichtige Qualifikationen und Erfahrungen bei Dämmerung und Dunkelheit aufweisen.“
Die ADAC Luftrettung fliegt seit 2011 an ausgewählten Standorten auch bei Dämmerung und Dunkelheit: So sind neben „Christoph 77“ in Mainz auch „Christoph Westfalen“ in Münster, „Christoph Brandenburg“ in Senftenberg, „Christoph Rheinland“ in Köln/Bonn und „Christoph 26“ in Sanderbusch sowie „Christoph 22“ in Ulm für Einsätze mit Nachtsicht-Systemen ausgerüstet.

Gelbe Ära von „Christoph 31“ endet nach fast vier Jahrzehnten
Er hat deutsch-deutsche Geschichte geschrieben und gilt nach fast 40 Jahren am Himmel über der Hauptstadt und fast 90.000 Einsätzen in und um Berlin als Weltrekord-Hubschrauber: „Christoph 31“, der am Charité Campus Benjamin Franklin stationierte ADAC Rettungshubschrauber. Zum 31. Dezember 2025 endet nun die Konzession der fliegenden Gelben Engel zum Betrieb der Luftrettungsstation in Steglitz. Aus diesem Grund fand heute im Hangar von „Christoph 31“ eine offizielle Verabschiedungsfeier statt. Mit dabei waren zahlreiche Vertretende des Kooperationspartners Charité, von Behörden, Politik und Rettungsdienstorganisationen. Sie alle sagten vor allem eines: „Danke“!
Der Start des Rettungshubschraubers in Zeiten des Kalten Krieges war alles andere als einfach und gelang erst nach zähen Verhandlungen mit den Alliierten. „Dass dieser Start damals möglich wurde, verdanken wir einem außergewöhnlichen Zusammenschluss – dem Berliner Senat, der Charité, der US-amerikanischen Stadtkommandantur und nicht zuletzt der ADAC Luftrettung,“ erinnert Karsten Schulze, Vorsitzender des ADAC Stiftungsrats, an einen politischen Kraftakt, der den Grundstein für eine deutsch-deutsche Erfolgsstory legte – und „Christoph 31“ selbst zu einem Teil der Wendegeschichte machte.

Bis zur Wende unter US-Flagge mit amerikanischen Piloten
„Mit der Indienststellung des ersten zivilen Rettungshubschraubers für Berlin hat die ADAC Luftrettung 1987 Pioniergeist bewiesen“, erklärte Geschäftsführer Frédéric Bruder bei der Verabschiedungsfeier. Denn als die Crew des ADAC Rettungshubschraubers am 13. Oktober 1987 ihren Dienst antrat, stand noch die Mauer, war Berlin noch politisch geteilt und der Helikopter am Flughafen Tempelhof stationiert. Der Weg dorthin gestaltete sich für „Christoph 31“ abenteuerlich. Der Hubschrauber wurde damals mit einem Tieflader nach West-Berlin transportiert, weil der Luftraum der DDR nicht überflogen werden durfte. Zudem stand die Maschine bis zur Wende auch unter US-Flagge und durfte nur von Amerikanern geflogen werden.
Erstmals geöffnet wurde der Ost-Berliner und der Luftraum der DDR für „Christoph 31“ am 1. April 1990. Im September 1992 erhielt er dann eine deutsche Kennung: D-HEIM. Ab diesem Zeitpunkt prangten die vier schwarzen Buchstaben des ADAC auf der Maschine. Erst im Jahr 2002 fand der Helikopter schließlich seine neue Heimat am heutigen Charité Campus Benjamin Franklin, da dieser den damaligen luftverkehrstechnischen Regelungen entsprach. Damit entfielen nach 15 Jahren die Überführungs- und Betankungsflüge nach Tempelhof, weil auch eine neue Tankstelle am Landeplatz errichtet wurde. Wenige Monate zuvor hatte bereits eine neue, moderne und vor allem wesentlich leisere Maschine vom Typ Eurocopter EC 135 die alte BO105 abgelöst.

In Spitzenzeiten mehr als 3.800 Alarmierungen pro Jahr
In Spitzenzeiten flog „Christoph 31“ mehr als 3.800 Einsätze jährlich. Damit gilt er als Rettungshubschrauber mit den weltweit meisten Einsätzen. Die Anforderungen an die Berliner Luftretter sind auch bei weniger Alarmierungen bis heute außergewöhnlich – oft mit Landungen inmitten der engen Straßenschluchten, auf belebten Plätzen, zwischen Hochhäusern, auf dem Ku’damm, Alexanderplatz oder direkt vor dem Brandenburger Tor. Einsätze, die allerhöchste Präzision erfordern.
Zu ihren Einsätzen in Berlin (rund 90 Prozent) und Brandenburg (rund zehn Prozent) starten die Crews täglich zwischen Sonnenaufgang (frühestens 7.00h) und Sonnenuntergang. Geflogen wird mit einem hochmodernen Hubschrauber vom Typ EC135/H135. Dabei legt der Helikopter rund vier Kilometer pro Minute zurück. Ob für schwere internistische Notfälle, neurologische Erkrankungen, Unfälle, Kindernotfälle oder Wasserrettungen. Die Crew besteht bei den Einsätzen aus Piloten und Notfallsanitätern (TC HEMS) der ADAC Luftrettung sowie Notärzten der Charité.

Über die Jahrzehnte hinweg hat sich „Christoph 31“ zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der Berliner und Brandenburger Notfallrettung entwickelt. Auch deshalb erhielt die Station 2020 als erste ADAC Luftrettungsstation den zu dieser Zeit modernsten Rettungshubschrauber der Welt vom Typ H135. Dieser ersetzte die bis dahin geflogene EC 135. Nach teils rückläufigen Einsatzzahlen ist der ADAC Rettungshubschrauber mit mehr als 2250 Alarmierungen im laufenden Jahr wieder das, was er die meiste Zeit seit seiner Inbetriebnahme war: Der Rettungshubschrauber mit den meisten Einsätzen in Deutschland.
Am 31. Dezember 2025 startet „Christoph 31“ zu seinem vorerst letzten Einsatz als fliegender Gelber Engel. An diesem Tag endet die Konzession der gemeinnützigen ADAC Luftrettung – und es wechselt der Betreiber. Zum 1. Januar 2030 kann der Betrieb der Luftrettungsstation erneut vergeben werden. Die ADAC Luftrettung wird sich an der Ausschreibung – so viel steht heute schon fest – auf jeden Fall wieder beteiligen.

Stimmen zum Abschied
Prof. Martin E. Kreis, Vorstand Krankenversorgung der Charité – Universitätsmedizin Berlin: „Als ‚Christoph 31‘ 1987 in einem geteilten Berlin seine Arbeit aufnahm, war dies ein Ausdruck medizinischer Kooperation und Innovationskraft. Über Jahrzehnte war der Rettungshubschrauber ein verlässlicher Bestandteil der regionalen Notfallversorgung der Charité und hat maßgeblich zur Patientensicherheit beigetragen. Wir danken der ADAC Luftrettung und den vielen Mitarbeitenden, die im Laufe der Jahrzehnte zur Crew gehörten, für die hervorragende Zusammenarbeit und verabschieden uns von einem wichtigen Kapitel der Berliner Luftrettungsgeschichte.“
Prof. Dr. Karsten Homrighausen, Landesbranddirektor, Berliner Feuerwehr: „Mit der Außerdienststellung von Christoph 31 endet ein Stück Berliner Geschichte. Über nahezu vier Jahrzehnte stand er für hohe Einsatzbereitschaft, fachliche Exzellenz und eine zuverlässige Kooperation zwischen ADAC Luftrettung und Berliner Feuerwehr.“
📷 Vivian J. Rheinheimer / Detlef Machmüller / Ralf Manteufel / ADAC Luftrettung
München im September 2026 Gastgeber für rund 800 Fachleute aus aller Welt
Ab sofort ist die Registrierung für den AirMed World Congress 2026 möglich. Vom 16. bis 18. September 2026 trifft sich die internationale Fachwelt aus den Bereichen Luftrettung (Helicopter Emergency Medical Services; HEMS) und Ambulanzflug in München. Damit kommt der AirMed World Congress nach 46 Jahren zu seinem Ursprungsort zurück.
Die Veranstaltung, die von der ADAC Luftrettung in Zusammenarbeit mit der EHAC (European HEMS and Air Ambulance Committee) ausgerichtet wird, schafft ein Forum für Ärztinnen und Ärzte, Rettungsfachkräfte, Pflegepersonal, Pilotinnen und Piloten, technisches Personal, Manager, Industriepartner sowie Aufgaben- und Verantwortungsträger. Sie bietet Raum, um Wissen auszutauschen, Best Practices zu teilen und gemeinsam zukünftige Trends zu sondieren.
Am Rande des HEMS Days auf der European Rotors in Köln verkündete Dr. Matthias Ruppert, der Geschäftsführer Medizin der ADAC HEMS Academy (ein Tochterunternehmen der ADAC Luftrettung, das für Training und Schulung zuständig ist) gemeinsam mit Stefan Becker, dem Präsidenten des EHAC offiziell den Start der Registrierungsphase und damit des Ticketverkaufs für den AirMed World Congress 2026.
In seinem Statement warb Dr. Matthias Ruppert für die Teilnahme an der Veranstaltung. „Die AirMed 2026 bringt Theorie und Praxis in einzigartiger Weise zusammen. Zwei unterschiedliche Veranstaltungsorte ermöglichen es uns, sowohl Experten-Vorträge als auch viele Hands-on-Workshops anzubieten. Wissenschaftliche Erkenntnisse und operationelle Erfahrung lassen sich so bestens verzahnen. Die AirMed soll ein Katalysator für die gemeinsame Zukunftsgestaltung von Luftrettungssystemen sein.“

Motto: Beyond Boundaries – Cross-Competence Enhancement of Aeromedical Services
Die Veranstaltung ist der weltweit führende Kongress für alle, die in Helicopter Emergency Medical Services (HEMS) oder Air Ambulance Services tätig sind. Rund 800 Fachleute aus aller Welt werden erwartet, um den interdisziplinären Dialog zu fördern. Zielgruppen sind nicht nur Stakeholder aus etablierten Ambulanzflug- und Luftrettungsdiensten, sondern gerade auch Vertreter aus Regionen, die am Anfang der Implementierung von derartigen Systemen stehen.
Unter dem Motto Beyond Boundaries: Cross-Competence Enhancement of Aeromedical Services werden viele der bereichsübergreifenden Herausforderungen für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Teilnehmenden aufgearbeitet. Die rund 50 Sessions und 70 Workshops decken ein breites Themenspektrum ab – vom Qualitätsmanagement bei Luftrettungseinsätzen, über die wichtigsten Kompetenzen von HEMS Crews bis hin zu praxisnahen Übungen zur Konnektivität in der Telemedizin.

Vorträge, Diskussionen und praxisnahe Workshops an zwei Veranstaltungsorten
In den einladenden Räumlichkeiten des BERGSON Kunstzentrums in München stehen Vorträge und dynamische Diskussionen auf dem Programm. Am zweiten Veranstaltungsort, dem neu eröffneten ADAC Luftrettung Campus in Oberpfaffenhofen, liegt der Fokus auf dem Praxisbezug. Die dortige Infrastruktur erlaubt es, Einsätze zu simulieren oder andere spezifische Trainingsszenarien zu zeigen.
Neben der medizinischen Perspektive werden Fragen zu ethischen Dilemmata, organisatorischen Führung sowie der Integration neuer Technologien wie Drohnen und simulationsgestützter Trainings für Einsatzmissionen diskutiert.
Ein weiteres Highlight ist das 25-jährige Jubiläum der EHAC, das im Rahmen des Opening Events am 16. September im Münchener Hofbräuhaus gefeiert wird.

Die Teilnehmenden können zusätzliche Angebote in Form eines exklusiven Kursprogramms nutzen. Diese finden allesamt am Samstag, den 19. September, statt. Darunter unter anderem eine Exkursion zum ADAC Technik Zentrum nach Landsberg, bei der die Entwicklungen in der Automobiltechnologie und deren Auswirkungen auf die technische Rettung und Notfallversorgung demonstriert werden.
Die Registrierung und der Ticketverkauf für den AirMed World Congress 2026 ist ab sofort möglich. Alle angemeldeten Teilnehmer erhalten ab dem 25.11. automatisch einen Newsletter, der Sie bis zum Start des Kongresses über alles Wichtige informieren wird.
Alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter: http://www.airmed2026.com
Kontakt: info@airmed2026.com

Live-Demo auf dem Rhein unterstreicht Vielseitigkeit der Winde
Im Rahmen der Hubschraubermesse European Rotors 2025 zeigte die ADAC Luftrettung gemeinsam mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), Airbus Helicopters sowie der DRF Luftrettung die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Rettungswinde: Bei einer Live-Demonstration auf dem Rhein wurde das präzise Abseilen sowie anschließende Aufnehmen von Rettungskräften und Patienten von einem Ausflugsschiff durchgeführt. Hierbei konnten die Zuschauenden sehen, wie wichtig Präzision, Teamwork und gegenseitiges Vertrauen bei solchen Rettungsszenarien sind.
Die ADAC Luftrettung gilt als Vorreiter in der Windenrettung und führt Windenrettungen bereits seit 1995 durch – aktuell von sechs Stationen in Deutschland aus. Dabei leisten die Windenhubschrauber auch im Katastrophenfall wertvolle Unterstützung bei der Rettung von Menschen in Not. Um Patienten in zeitkritischen Situationen noch schneller zu erreichen, führte die ADAC Luftrettung als erste Organisation in Deutschland die Windensofortbereitschaft ein. Damit können die Crews direkt nach der Alarmierung zu einem Windeneinsatz starten, ohne die Kabine umrüsten oder zwischendurch landen zu müssen – das spart im Notfall bis zu zehn Minuten.
Die Wirksamkeit dieses Konzepts hatte sich während der Flutkatastrophe im Ahrtal erfolgreich bewährt und wird mittlerweile auch von anderen Organisationen angewendet.

Nicht nur bei der Einführung der Windenrettung, sondern auch beim Training geht die ADAC Luftrettung neue Wege – mit einem neuen Virtual-Reality-Simulator: „Angesichts der wachsenden Bedeutung der Windenrettung wird unser neuester Virtual-Reality-Simulator am neuen ADAC Air Rescue Campus in der Nähe von München bald auch internationalen Crews zur Verfügung stehen.““, erklärt Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung.
📷 Jan Ohmen – Feuerreport







