Zur ADAC Stiftung

21.10.2026

ADAC Luftrettung erweitert Einsatzmöglichkeiten von „Christoph Hansa“

Am Standort des Hamburger Rettungshubschraubers „Christoph Hansa“ ist jetzt ein Hubschrauber-Ersatzfahrzeug der gemeinnützigen ADAC Luftrettung im Einsatz. Die hochqualifizierte Besatzung kann damit auch zu medizinischen Notfällen ausrücken, wenn der Hubschrauber vorübergehend nicht verfügbar ist. Zudem kann die Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg das Fahrzeug, das ausgerüstet ist wie ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), zu Notfällen alarmieren, deren Einsatzorte voraussichtlich innerhalb von höchstens fünf Minuten Fahrtzeit erreichbar sind. Diese Kombination aus Schlechtwetterausfall und gleichzeitiger Wahl des schnellsten Einsatzmittels für den Nahbereich ist für die ADAC Luftrettung bundesweit ein Novum.

Das neue Fahrzeug ergänzt die Einsatzmöglichkeiten der Luftrettungsstation am BG Klinikum Hamburg in Bergedorf. Es steht zur Verfügung, wenn „Christoph Hansa“ etwa aufgrund von schlechten Wetterbedingungen wie Nebel vorübergehend nicht einsatzbereit ist. Sobald der Hubschrauber wieder eingesetzt werden kann, kehren das Fahrzeug und die Crew zur Station zurück. Wenn das Disponieren des Fahrzeugs gegenüber dem Hubschrauber keinen einsatztaktischen Vorteil, wie zum Beispiel Zeitersparnis, bringt, hat der Rettungshubschrauber weiterhin Vorrang. Über die Alarmierung und Disposition entscheidet die Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg. Die Finanzierung des zusätzlichen Einsatzfahrzeugs übernimmt die gemeinnützige ADAC Luftrettung.

Mehr Flexibilität im Nahbereich der Luftrettungsstation

Das Hubschrauber-Ersatzfahrzeug verfügt über die gleiche medizinische Ausstattung wie der Helikopter und deckt das gesamte Spektrum der Einsatzgründe ab. Ein Patiententransport ist mit dem Fahrzeug jedoch nicht möglich. Zu den häufigsten Einsatzgründen der fliegenden Gelben Engel von „Christoph Hansa“ gehörten 2025 Herz-Kreislauf-Notfälle (ein Drittel des Gesamteinsatzaufkommens) und Verletzungen nach Unfällen (ein Viertel). „Ob wir mit dem Hubschrauber oder dem zusätzlichen Einsatzfahrzeug ausrücken – uns steht die gleiche medizinische Ausstattung zur Verfügung. Dadurch müssen wir vor einem Einsatz kein Material umladen und können direkt starten. Das Fahrzeug steht neben ‚Christoph Hansa‘ im Hangar und ist dort vor Witterung und Frost geschützt“, so Stationsleiter Michael Gomme.

Die neue Regelung ist Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und der ADAC Luftrettung. Die Feuerwehr Hamburg und die ADAC Luftrettung werden Einsatzzahlen und Einsatzszenarien regelmäßig gemeinsam auswerten, um das Alarmierungskonzept bei Bedarf anzupassen.

Bedeutung von „Christoph Hansa“ für Hamburg

Seit 1990 ist „Christoph Hansa“ ein wichtiger Bestandteil der notfallmedizinischen Versorgung in Hamburg und über die Stadtgrenzen hinaus. Der am BG Klinikum Hamburg in Boberg stationierte Rettungshubschrauber bringt Notärztinnen und Notärzte schnell zum Einsatzort und übernimmt als fliegende Intensivstation den Transport schwerkranker Patientinnen und Patienten zwischen Kliniken. Im Jahr 2025 absolvierte die Besatzung 731 Einsätze, davon 26 mit der Rettungswinde, die auch Hilfe an schwer zugänglichen Orten ermöglicht. Die ADAC Luftrettung und das BG Klinikum Hamburg arbeiten am Standort seit mehr als 35 Jahren zusammen. Die fliegenden Gelben Engel flogen seitdem insgesamt mehr als 40.000 Einsätze. Mit der im letzten Jahr bekanntgegebenen Verlängerung des Betreibervertrags bis zum 30. Juni 2035 setzt die Freie und Hansestadt Hamburg die bewährte Zusammenarbeit mit der ADAC Luftrettung langfristig fort.