Rheinland-Pfalz weitet Luftrettung aus
Die Luftrettung in Rheinland-Pfalz wird weiter gestärkt: Seit dem 1. Januar 2026 ist der Rettungshubschrauber „Christoph 77“ in Mainz wieder 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche einsatzbereit. Damit reagiert das Land Rheinland-Pfalz auf veränderte Rahmenbedingungen in der Gesundheitsversorgung und eine zunehmend spezialisierte Krankenhauslandschaft.
„Mit der Ausweitung des Flugbetriebs stärken wir eine moderne Notfall- und Intensivmedizin“, erklärte Innenminister Michael Ebling. „Ab sofort steht die Luftrettung als hoch spezialisierte rettungsdienstliche Ressource auch in der Nacht zur Verfügung – als starke Ergänzung zu einem leistungsfähigen bodengebundenen Rettungsdienst.“
Der Hubschrauber wird dauerhaft 24/7 zur Verfügung stehen. Perspektivisch kann für den 24/7-Betrieb auch ein anderer Standort in Rheinland-Pfalz in Betracht kommen. Grundlage dafür ist eine fortlaufende Evaluation der Einsatzdaten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.
„Christoph 77“ wurde 1997 in Mainz in Dienst gestellt. Seitdem wurde er über 36.000-mal alarmiert und stellte zahlreichen Menschen in oftmals lebensbedrohlichen Situationen schnelle notfallmedizinische Hilfe bereit. Ursprünglich rund um die Uhr betrieben, wurde der Flugbetrieb 2007 auf einen Tagesbetrieb reduziert und 2019 bis 22 Uhr erweitert. Seitdem war der Hubschrauber ganzjährig von 7 bis 22 Uhr alarmierbar.
Die nun erneute Ausweitung basiert auf einer Bedarfsanalyse der Einsatzdaten 2024, die gemeinsam mit der Geschäftsstelle für Qualitätssicherung im Rettungsdienst durchgeführt wurde. Untersucht wurden nächtliche Notfalleinsätze und Notfallverlegungen mit langen Transportwegen zwischen Einsatzort und geeigneter Zielklinik.
„Die Krankenhauslandschaft hat sich spürbar verändert: Spezialisierungen nehmen zu, Wege werden länger. Gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern kann die Luftrettung nachts entscheidende Zeitgewinne ermöglichen“, so Ebling. Der Hubschrauber ergänzt den bodengebundenen Rettungsdienst insbesondere bei arztbegleiteten Notfall- und Intensivverlegungen sinnvoll.
Möglich wird der Nachtbetrieb durch moderne Technik wie Nachtsichtsysteme, spezielle Crew-Ausbildungen und etablierte Sicherheitsverfahren. „Momentan absolvieren wir mit dafür ausgelegten Hubschraubern deutschlandweit mehr als 3.000 Nachtflüge pro Jahr. Wir freuen uns darauf, nun auch für Rheinland-Pfalz die Versorgung im 24/7-Betrieb sicherstellen zu können“, sagte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung GmbH. „In Mainz sind unsere Crews bereits seit Jahren bis 22 Uhr im Einsatz, somit können unsere dortigen Piloten, Ärzte und Notfallsanitäter wichtige Qualifikationen und Erfahrungen bei Dämmerung und Dunkelheit aufweisen.“
Die ADAC Luftrettung fliegt seit 2011 an ausgewählten Standorten auch bei Dämmerung und Dunkelheit: So sind neben „Christoph 77“ in Mainz auch „Christoph Westfalen“ in Münster, „Christoph Brandenburg“ in Senftenberg, „Christoph Rheinland“ in Köln/Bonn und „Christoph 26“ in Sanderbusch sowie „Christoph 22“ in Ulm für Einsätze mit Nachtsicht-Systemen ausgerüstet.
