Internationales Ausbildungsprogramm zum Hubschrauberpiloten
Seit Anfang 2020 kooperiert die gemeinnützige ADAC Luftrettung mit einer der größten US-amerikanischen Flugschulen, der Hillsboro Aero Academy in Portland/Oregon. Das neue Programm richtet sich in erster Linie an deutschsprachige Bewerber mit und ohne Berufserfahrung.
Die Berufspilotenausbildung inklusive Fluglehrerlizenz für den Hubschrauber dauert in der Regel 15 bis 20 Monate. Verbunden damit ist eine Visa-Erteilung, die den Piloten im Anschluss an ihre Ausbildung eine bis zu zweijährige Arbeitserlaubnis in den USA ermöglicht, um die für diesen Beruf so wichtige Flugerfahrung zu sammeln.

Zugeschnitten auf den Luftrettungsdienst
Während der gesamten Ausbildung werden die Flugschüler eng von Mentoren der ADAC Luftrettung begleitet und auf die Arbeit als Rettungshubschrauberpilot vorbereitet. Zudem werden besonders auf den Luftrettungsdienst zugeschnittene Praxiselemente in die Ausbildung integriert.
Im Durchschnitt kehren die Absolventen nach 3 bis 4 Jahren mit 1200 bis 1500 Flugstunden zurück.
Ziel ist es, die Piloten nach abgeschlossener Ausbildung und Empfehlung des DLR, in den Pilotenpool der ADAC Luftrettung aufzunehmen.
Broschüre - Pilotenausbildung bei der Hillsboro Aero Academy
FAQ - alles Wissenswerte zur Kooperation mit Hillsboro Aero Academy
- Zum Bewerbungszeitpunkt muss ein Mindestalter von 17 Jahren erreicht sein
- Der Bewerber muss Deutsch und Englisch (Sprache) fließend beherrschen.
- Die gesamte körperliche Verfassung muss gut sein. Gemäß (EU) VO No. 965/2012. Medical Class 1 (Fliegerärztliche Tauglichkeitsuntersuchung).
- Ein Bewerber muss einen uneingeschränkten Reisepass besitzen und muss im Rahmen des DLR-Auswahlverfahrens eine Punkteauskunft aus dem Fahreignungsregister Flensburg (FAER-Auskunft) vorlegen“
- An inneren Werten wird eine überzeugende Berufsmotivation ebenso erwartet wie Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit.
- Um bei der Hillsboro Aero Academy aufgenommen zu werden müssen Bewerber ein Abitur nachweisen oder einen Online Test bestehen, bei dem Mathematik- und Englisch-Kenntnisse abgefragt werden
- Besitz einer gültigen EASA Lizenz nach Teil FCL für Verkehrshubschrauberführer (ATPL-H) oder Berufshubschrauberführer (CPL-H) mit Nachweis der theoretischen ATPL-H Kenntnisse ( ATPL-H Theory)
- Nachweis einer gültigen ZÜP (Zuverlässigkeitsüberprüfung gemäß §7 LuftSiG)
- Fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis (Medical 1) gem. (EU) VO No. 965/2012
- Positive Empfehlung eines Fachgremiums nach einer Eignungsauswahl beim DLR in Hamburg
- Abgeschlossener MCC Course (Multi Crew Cooperation) wünschenswert
- Des Weiteren für den Einsatz als Kommandant gem. EU-VO 965/2012 SPA.HEMS.130:
- Mindestens 1000 Flugstunden als verantwortlicher Pilot, davon mindestens 500 Stunden Erfahrung im Luftrettungsdienst oder in einem vergleichbaren Einsatzprofil
- Für den Einsatz als Co-Pilot (PICUS): 500 Stunden Gesamtflugerfahrung auf Hubschraubern
- ICAO Sprachniveau (mindestens Englisch Stufe 4)
- Idealerweise eine Musterberechtigung auf den Mustern EC135/635 bzw. EC145(BK117) (für die Einstellung nicht zwingend erforderlich).
- Starke Team- und Integrationsfähigkeit
- Offenes Kommunikationsverhalten und Konfliktfähigkeit.
- Hohes Sicherheitsbewusstsein.
Die theoretische Ausbildung für die EASA-Lizenz wird in den USA durchgeführt und endet mit den theoretischen Prüfungen, welche Sie direkt bei der Hillsboro Aero Academy absolvieren. Die Prüfung umfasst folgende Fächer: Luftrecht, Navigation, Funknavigation , Betriebliche Verfahren , Meteorologie , Menschliches Leistungsvermögen , Technik , Aerodynamik , Instrumente , Flugleistung, Flugplanung sowie seit 2022 das neue Fach KSA 100.
Insofern die erforderliche EASA-Lizenz (mindestens CPL-H mit ATPL-H Theory) und ein gültiges Medical Class 1 vorliegt, eine Empfehlung zur Anstellung durch die DLR / ADAC Auswahlkommission getroffen wurde, erfolgt bei einer freien Stelle innerhalb der ADAC Luftrettung gGmbH ein Stellenangebot.
Insofern die erforderliche EASA-Lizenz (mindestens CPL-H mit ATPL-H Theory) und ein gültiges Medical Class 1 vorliegt, eine Empfehlung zur Anstellung durch die DLR/ADACAuswahlkommission getroffen wurde, aktuell keine freie Stelle innerhalb der ADAC Luftrettung gGmbH vorhanden ist, kommt der Bewerber auf eine Warteliste.
Die durchschnittlichen Ausbildungskosten bei der HAA in USA belaufen sich auf 95.000 – 98.000 USD. Diese Kosten beinhalten sowohl die FAA als auch die EASA Ausbildung. Dazu kommen noch Kosten für Visum, Anreise und Lebenshaltung. Eine genaue Aufstellung können Sie unter adac@flyhaa.com erhalten.
Nein.
Die Ausbildungsdauer für den kombinierten FAA / EASA Ausbildungsweg beträgt nach unseren aktuellen Erfahrungen ca. 18-20 Monate. Danach erfolgt die Arbeitsphase in USA (genannt CPT und OPT), die 23,5 Monate dauert. Die insgesamte Zeit in den USA liegt durchschnittlich bei 3 – 4 Jahren, wenn man die Arbeitsphase zum Stundenaufbau in den USA voll nutzt. Danach erfolgt die EASA Umschulung.
Robinson R22 und Robinson R44
Die Ausbildung findet in einem Stück statt. Visumsbedingt ist es während der ersten 6,5 Monate nur in Ausnahmefällen erlaubt, nach Hause zu reisen. Im Anschluss daran kann man während dem Rest der Ausbildung bis zu 30 Tage am Stück die USA verlassen. Während der Arbeitsphase gelten die Urlaubsregelungen des Arbeitgebers.
Ehepartner und Kinder können mit dem F2 Visum mit in die USA kommen, erhalten dort aber nicht automatisch eine Arbeitserlaubnis.
Ja, es ist jederzeit möglich, die Hillsboro Aero Academy in USA zu besuchen und sich vor Ort ein Bild zu machen. Nach vorheriger Absprache besteht auch die Möglichkeit, einen Schnupperflug zu absolvieren.
Es wird versucht, pro Schüler einen Mentor zu stellen. Aus Kapazitätsgründen kann aber davon abgewichen werden. Sprich: Ein ADAC Luftrettung Mentor für mehrere Schüler.
Insofern es sich um eine EASA Lizenz handelt, ja.
Nein. Die Örtlichkeit (Station) richtet sich nach der zu besetzenden Stelle. Im Nachgang kann sich auf eine andere Station beworben werden, insofern dort eine Stelle frei ist/wird.
Ja, Schüler können während der Ausbildungszeit mit dem F1 Visum bis zu 20 Stunden pro Woche bei der Hillsboro Aero Academy arbeiten. Da dieses die Ausbildung aber deutlich verlangsamt, wird es nicht empfohlen.
LBA Referat L3 oder an ein AeMC
Die Gehälter unterscheiden sich zwischen einem PICUS und einem Kommandantengehalt. Im Marktvergleich liegen wir im oberen Bereich.
Die Absolventen der Hillsboro Aero Academy haben nach Ablauf des F-1 Visums und erfolgter Arbeitsphase ca. 1000-1500 Flugstunden. Ein Teil der Stunden im Rahmen der Ausbildung bei Hillsboro kann anerkannt werden. Die restlichen fehlenden Stunden (zum Kommandanten) werden bei der ADAC Luftrettung gGmbH im „Picus- Konzept“ erflogen.
Typischerweise ist die erste Anstellung als Fluglehrer, damit werden im Jahr bis zu 600 Flugstunden erflogen. Entweder bleiben die Piloten die komplette Zeit, in der die Arbeitserlaubnis gültig ist, als Fluglehrer bei der Hillsboro Aero Academy oder aber die Piloten bewerben sich bei einem anderen Luftfahrtunternehmen in den USA (die Arbeitserlaubnis des F-1 Visums ist nicht auf die HAA beschränkt). Typische Einsatzgebiete nach der Fluglehrertätigkeit sind zum Beispiel Rundflüge (oft auch schon die erste Erfahrung mit der Turbine, z.B. H120), Aerial Photography o.ä.
Sowohl die FAA als auch die EASA Lizenzen werden in den USA erworben. Schüler im Nachwuchsprogramm müssen auch am EASA Programm der Hillsboro Aero Academy teilnehmen.
Der Flugschüler bewirbt sich ja speziell für dieses Programm und ist dadurch von Anfang an im Kontakt mit der LRG, Name und Gesicht sind bekannt, es ist quasi „ein Fuß in der Tür“. Die Erfahrung zeigt uns, dass die Luftrettung für viele Flugschüler die Königsdisziplin, der ultimative Traum ist und sich oft ebenso unerreichbar anfühlt. Der Schüler ist begleitet durch den ADAC Mentor, auch während des langen Aufenthalts in USA besteht der Kontakt, so dass der Fokus auf einer zügigen und erfolgreichen Absolvierung des Programms liegt. Auch die Umschreibung der Lizenz in die EASA Lizenz ist strukturiert und begleitet.
Ebenso soll eine Ausbildungsvereinbarung zwischen der LRG und dem Flugschüler unterzeichnet werden, die festhält, dass der Schüler Teil des Kooperationsprogramms ist (natürlich ohne unrealistische Versprechungen von Seitens LRG oder HAA).
Nach bestandenem DLR-Auswahlverfahren (DLR-Zertifikat; Interview und Psychomotorik-Test) wird der Bewerber in den Pilotenpool aufgenommen. Dies zeigt Sicherheit und Perspektive, auch wenn nicht garantiert ist, wann eine Einstellung erfolgen kann.
Erfahrene Kommandanten, die im Luftrettungsdienst des ADAC tätig sind/waren stehen begleitend für die Dauer des Aufenthaltes/der Ausbildung für Rückfragen zur Verfügung.
Geplant ist ein Gespräch (persönlich oder per Skype) vor der Abreise nach USA. Dann sollte der Flugschüler regelmäßig (etwa alle 6 Wochen) an den Mentor Bericht erstatten, wie die Ausbildung voran geht und auch HAA wird an den Mentor berichten, wie die Fortschritte des Schülers sind. Gewünscht ist ein positiver support des Mentors, der dem Schüler hilft, motiviert die Ausbildung voran zu bringen. Auch während der Arbeitsphase in USA sollte der Kontakt zum Mentor da sein, ebenso in der Phase der Erlangung der EASA Lizenz.
Alles Wissenswerte zu den DLR-Anforderungen
Wer ein Pilot in der ADAC Luftrettung gGmbH werden möchte, muss sich darauf einstellen, dass im Einstellungstest bzw. in der sogenannten Berufsgrunduntersuchung unter vielem anderen auch seine operationellen Fähigkeiten getestet werden. Denn diese müssen recht gut ausgeprägt sein, um den späteren Berufsalltag als Pilot meistern zu können. In einem für die ADAC Luftrettung eigens entwickelten Eignungstest werden u.a. optische und akustische Merkfähigkeit, Koordination, Mehrfachbelastung sowie Kenntnisse in Mathematik, Physik und Englisch geprüft.
Das DLR-Zertifikat ist eine vom DLR ausgestellte Bescheinigung, welche die psychologischen Anforderungen der europäischen Luftfahrtbehörde EASA für Cockpitbesatzungen abdeckt, ähnlich zur ADAC-Untersuchung ist und monatlich durchgeführt wird. Lediglich ein psychomotorischer Test wird nicht abgebildet, welcher jedoch von Relevanz für die LRG ist und nachgeholt wird.
Nach Rücksprache mit dem DLR wird dieser Test am Tag des Interviews nach der Ausbildung durch die Bewerber absolviert.
Das Zertifikat wird für alle Bewerber für das Kooperationsprogramm (Ab Initio) gelten. Ebenfalls behält sich die LRG vor das Zertifikat anzuerkennen, auch wenn es nicht im Rahmen der Kooperation erworben worden ist.
Das Zertifikat ist ein Entgegenkommen der LRG, um den Mentees eine größere Sicherheit zu geben. Mit einem positiven Zertifikat haben die Bewerber eine große Hürde genommen und einen wesentlichen Anteil des Eignungsauswahlverfahrens bestanden.
Vor der Ausbildung in Deutschland.
Die grundlegende Änderung ist das Zertifikat. Das Zertifikat muss bei Bewerbung für das Mentorenprogramm beigefügt werden. Nach der Rückkehr nach Deutschland muss lediglich ein zusätzlicher Psychomotorik-Test absolviert werden, sowie das Auswahlgespräch mit Mitarbeitenden des DLR und der LRG.
Ja. Das Zertifikat bleibt durch ein entwickeltes Nachweisverfahren gültig. Die Gültigkeitsdauer darf 5 Jahre nicht übersteigen. Ebenfalls muss das Nachweisverfahren jährlich durchgeführt und dokumentiert werden.
Die Leistungsanforderungen können hier abgerufen werden.
Ja. Das Zertifikat darf maximal 3x mal absolviert werden oder 2x mal, wenn vorher eine Untersuchung der LRG absolviert wurde.
Auf der Internetseite des DLR.
Der aktuelle Preis kann über die Internetseite des DLR eingesehen werden. Ja, der Bewerber trägt die Kosten für das Zertifikat selbst.
Das DLR-Zertifikat wird vor der Ausbildung absolviert. Nach der Rückkehr nach Deutschland muss lediglich ein zusätzlicher Psychomotorik-Test absolviert werden, sowie das Auswahlgespräch mit Mitarbeitenden des DLR und der LRG.
Es gibt nach der Einladung zum DLR-Auswahlverfahren, Vorbereitungsmaterial der DLR zu den Modulen, welche eine gute Vorbereitung ermöglichen. Zusätzlich gibt es Vorbereitungskurse und diverse Lernsoftware.